13.September 2015

Einweihung Tragkraftspritze & Segnung alte Fahne

 

Indlinger Wehr stolz auf neue Spritze und alte Fahne

Leistungsstarke Pumpe fördert 1600 Liter Wasser pro Minute – Standarte von 1905 generalsaniert
Pocking. Innovation und Tradition – für die Freiwillige Feuerwehr Indling keine unüberbrückbaren Gegensätze, sondern verbindende Kameradschafts-Elemente: Während einer gemeinsamen Feierstunde mit Feuerwehr-Führungskräften, aktiven und fördernden Mitgliedern, Kommunal-Repräsentanten sowie der Dorfbevölkerung wurde nicht nur eine topmoderne Tragkraftspritze geweiht, sondern gleichzeitig die komplett restaurierte Vereinsfahne präsentiert – ihr stolzes Alter: 110 Jahre.

Bereits ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel, dementsprechend reparaturanfällig und ärgerlich, wenn sie bei der Wasserförderung streikte: Mit finanzieller Unterstützung der Stadt Pocking (8900 Euro) sowie des Freistaates Bayern (4700 Euro) verfügt die Indlinger Truppe mit der Tragkraftspritze Fox III nun über eine technisch ausgereifte Pumpe – Förderleistung 1600 Liter pro Minute bei zehn Bar Ausgangsdruck.

Als Vorteile nannte Kommandant Christian Schärtl (Prenzing) die vollautomatische Pumpendruck-Regelung, intelligente Motorsteuerung bei großer Hitze wie auch Kälte sowie fortwährende Betankungs-Möglichkeit während Dauerbetriebs. Da sie identisch mit der Hartkirchner Tragkraftspritze sei, so erklärte Schärtl, können Maschinisten beider Wehren sie bedienen, ohne dass sie vorher extra eingewiesen werden müssten.
Schmuckstück: Die Fahnenjunker Patrick Geier (r.) und Sebastian Karosser präsentierten die generalsanierte Vereins-Standarte der ersten Indlinger Feuerwehr-Fahnenweihe im Jahr 1905.

Historisches Erbstück, teils verschlissen und zerrissen: "Nach einer arbeits- und kostenintensiven Generalsanierung von über hundert Stunden halten die beiden Indlinger Fahnenjunker Patrick Geier und Sebastian Karosser wieder ein wahres Schmuckstück in Händen, das die Wehrkameradschaft keineswegs dem restlichen Verfall preisgeben wollte", erläuterte der stellvertretende Kommandant Rupert Kreuzhuber ("der jüngere") Eckpunkte der Generalsanierung, wie gestickte Schriftergänzung sowie neue Goldbefransung. Das "gute alte Stück" erstrahlt nun wieder im Messing-Original. Schreiner Maxi Reinel hat die Fahnenstange oben fachgerecht erneuert, Schmiedemeister Peter Bogner (Pockinger Stadtrat) hat oxidierte Metallteile wieder auf Hochglanz poliert.

In seiner "ersten offiziellen Pockinger Diensthandlung" spendete der evangelische Pfarrer Andreas Baumann zusammen mit seinem katholischen Amtskollegen Stadtpfarrer Alois Reiter der neuen Tragkraftspritze den ökumenischen Segen, verbunden mit der Bitte um Gottes Schutz für Mannschaft und Gerät. Erstmals kirchlich geweiht vor 110 Jahren, fielen dabei auch für die Traditionsfahne noch Weihwassertropfen ab.

"Ob neue Spritze oder alte Fahne: Die Indlinger Wehrgemeinschaft gilt bei Investitionen als Inbegriff für erstklassig gemeisterte Finanzierungsmaßnahmen", sagte die stellvertretende Landrätin Gerlinde Kaupa. Sie bestätigte den leistungsorientierten Wehrkräften einen hervorragenden Ausbildungsstand.

"Jede Kameradschaft wird im Alarmierungs- und damit Ernstfall dringendst gebraucht", sagte Bürgermeister Franz Krah. Den stattlichen Zuschuss für die neue Tragkraftspritze betrachtete der Pockinger Rathauschef deshalb als "sinnvoll investiertes Geld".

Der FF-Vorsitzende Rupert Kreuzhuber ("der mittlere") freute sich über den stattlichen Gästezuspruch, darunter Stadtratskollegen, Ehrenkreisbrandinspektor Hans Wimmer (Poigham) und Ehrenkreisbrandmeister Günter Baier (Pocking), Stadtkämmerer Markus Meier, Firmen-Repräsentant Franz Eibl (Engertsham) sowie eine Kegler-Delegation.

Dankbaren Beifall erntete schließlich Fahnenmutter Hilde Pfaffinger, die gerne auch beim "125-jährigen Bestandsjubiläum der Indlinger Traditions-Wehr" im Jahr 2017 ihr Ehrenamt als Festmutter beibehalten wolle.

 

Bericht PNP Hans Nöbauer, Vielen Herzlichen Dank